Mein Weg in die Politik

Ernst Reuter 200

Ernst Reuter - ein großer Vorfahre

Politisches Engagement hat in meiner Familie Tradition. Viele meiner Vorfahren haben sich als Ratsmitglieder ehrenamtlich für ihre Bürgerschaft engagiert, manche als Liberale, manche als Sozialdemokraten. Vorbild in unserer Familie war und ist mein Großonkel Ernst Reuter (SPD), der als Regierender Bürgermeister von (West-) Berlin von 1948 bis 1953 die Teilung der Stadt erlebte und den Widerstand der Berliner gegen die sowjetische Blockade anführte. Vorbild deshalb, weil er in seinem Leben mit großem persönlichen Mut sowohl gegen den Nationalsozialismus als auch gegen den Stalinismus gekämpft hat.

 
Parteitag Alt 200

Bernhard Reuter beim SPD-Parteitag

Mein eigenes Engagement als Schüler und Student begann aber nicht in der Parteipolitik, sondern in konkreter Projektarbeit mit Kindern, die in einer Obdachlosensiedlung in Kassel lebten.
Als junger Familienvater stellte ich fest, wie unzureichend die Situation für Familien vor Ort damals war: fehlende Kindergartenplätze, schlecht ausgestattete Schulen, unsichere Schulwege, kaum Radwege. Das wollte ich ändern. Schnell stellte ich fest, dass die Arbeit in Elterninitativen nicht reicht, um die Ziele durchzusetzen. Ohne politische Unterstützung geht es nicht. Deshalb trat ich 1986 in die SPD ein, wurde nach 2 Jahren Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Herzberg, 1991 Ratsmitglied und 1996 Kreistagsabgeordneter.

 
Verdienstkreuz 200

1999 machte ich dann mit meiner Wahl zum Landrat die Politik zum Beruf. Das war eine große Herausforderung, weil der Landrat ja nicht nur der Repräsentant des Landkreises ist, sondern vor allem eine große Verwaltung mit vielen Ämtern und Abteilungen leiten muss. Neben meiner kommunalpolitischen Erfahrung erwies sich meine juristische Ausbildung und meine als Schulleiter erworbene Führungserfahrung als sehr hilfreich.

25 Jahre Kommunalpolitik haben mir gezeigt, wie reizvoll es ist, „unten“, „an der Basis“, im direkten Kontakt mit den Menschen Politik zu gestalten. Man sieht die Auswirkungen des eigenen Handelns, die positiven, wie die negativen, ganz unmittelbar und bekommt immer eine ungeschminkte Rückmeldung der Bürgerinnen und Bürger. Damit ist die Gefahr des „Abhebens“, die es in der Politik immer gibt, nicht so groß.