Besuch bei den Harz-Weser-Werkstätten

 

Mobilität ist unersetzbar für Menschen mit Behinderung! Sie ist ein wichtiger Baustein für die gesellschaftliche Teilhabe. Die Verbesserung dieser Mobilität für Menschen mit Behinderung wird im neuen Landkreis eine große Rolle spielen. Ein Thema wird auch die bessere Nahverkehrsanbindung der Werkstätten sein. Ich befinde mich im regelmäßigen Austausch mit den Harz-Weser-Werkstätten, die wichtige Arbeit leisten. Diesmal waren auch die SPD-Kreistagskandidaten aus dem Kreis Osterode mit dabei.

Das zentrale Anliegen ist, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben oder an tagesstrukturierenden Angeboten und damit am Leben in der Gesellschaft zu realisieren. Die gemeinnützigen Harz-Weser-Werkstätten haben für Menschen mit Behinderung dafür ein vielfältiges Leistungsspektrum in den Bereichen Arbeit und Bildung, Wohnen, Tagesstruktur und Freizeit geschaffen. Mit ihren 2100 Plätzen und 1100 Angestellten an 20 Standorten sind hierfür einer der größten Anbieter, berichteten Ditmar Hartmann, Reinhard Gähler und Karsten Dannenberg von der Geschäftsleitung. Und nach der Fusion der Landkreise wollen sie expandieren. „Ich freue mich auf die Fusion. Uns kann nichts Besseres passieren“, erklärte Geschäftsführer Hartmann. Bis an die Stadtgrenze von Kassel wolle er das Geschäftsfeld ausdehnen. Schon jetzt werden die Harz-Weser-Werkstätten eines der größten Dienstleistungsunternehmen im Kreis Göttingen sein.

Längst sind die Werkstätten, die für Industrieunternehmen produzieren, nicht mehr Schwerpunkt des Unternehmens. Deshalb werden sich die Harz-Weser-Werkstätten in absehbarer Zeit auch umbenennen. Die klassischen Werkstätten gibt es nur in Osterode, Northeim und Kassel. Ein großer weiterer Teil der Arbeit liegt in den sieben Wohnstätten und zwei Wohngruppen mit 270 Menschen, die Reinhard Gähler betreut. Dazu kommen ambulante Wohngruppen.

Zugenommen hat die Unterstützung von Menschen mit psychischen Einschränkungen, die möglichst im ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist das meiner Meinung nach eine sehr wertvolle Arbeit.

Die Vernetzung von Firmen und Harz-Weser-Werkstätten im Kreis Osterode ist für Karsten Dannenberg ein großes Pfund. „In Osterode kennt man sich, man weiß, was man vom Anderen erwarten kann“, sagte er. Er hoffe, dass das bald für ganz Südniedersachsen gelte.

Durch die Ausweitung wird die Mobilität ein entscheidender Faktor werden. Können die Menschen mit Einschränkungen ihren Arbeitsplatz schnell genug erreichen? Sind die Busse geeignet? Es gibt sogar Überlegungen, den Fuhrpark der Harz-Weser-Werkstätten, der nur zu zehn Prozent ausgelastet ist, langfristig mit in den öffentlichen Personennahverkehr einzubinden. Das ist derzeit rechtlich nicht möglich, sollte aber ein politisches Ziel sein. Ich bin überzeugt, dass wir die Mobilität ohnehin neu denken müssen. Wir müssen uns die technischen Entwicklungen zunutze machen und die verschiedenen Verkehrsmittel intelligent miteinander verknüpfen. Computergestützt könnte man die Verkehrsmittel von Bus und Bahn über Sammeltaxi und Pedelecs immer aktuell bedarfsgerecht steuern. Verkehrsteilnehmer könnten über eine App ihr Ziel und die Ankunftszeit eingeben und bekämen so einen individuellen Fahrplan. Das ist zwar Zukunftsmusik, muss aber schon jetzt geplant werden. Entscheidend ist, dass der ÖPNV so attraktiv ist, dass er auch viel genutzt wird. So können wir Menschen mit Behinderung besser in den Alltag einbinden.

Weitere Informationen zu den Harz-Weser-Werkstätten finden Sie hier